Fugawi 3.x
bzw. 4.x in der Praxis:
Die Arbeitsmethodik ist bei Fugawi 3.x und 4.x mehr oder minder völlig identisch. Wer sich auf die Version 3 eingearbeitet hat, der kommt sofort auch mit der Version 4 zurecht. Auch das Aussehen wurde nur moderat angepasst, eigentlich nur bedienerfreundlicher gemacht und um hinzugekommene Funktionen ergänzt.
Fugawi ist bereits seit Mitte der neunziger Jahre erhältlich und die Version 2 hat über einige Zeit Standards gesetzt was Funktionsumfang und Stabilität betraf. Es war für die damalige Zeit ein ressourcenhungriges Programm, was bedeutete, dass es schon ein 486er-Notebook mit Coprozessor und ausreichend Arbeitsspeicher sein mußte. Bei Fugawi 3.1 ist das alles kein Thema mehr. Das Programm läuft noch immer auf einem 486er-Notebook, es sollten allerdings zumindest 32 MB RAM drinstecken, und auch die restlichen Systemanforderungen nehmen sich verglichen mit so manch anderem modernen Softwareprodukt direkt bescheiden aus: Betriebssystem Windows 95 oder neuer, 256 Farben-VGA-Display, 30 MB freie Festplatte, CD-ROM Laufwerk für die Installation, die übrigens auch über ein Netzwerk zu bewerkstelligen ist.
Fugawi 4.x ist nicht mehr für Windows 98 geeignet und benötigt leistungsfähigere Computer. Ein Prozessor mit mindestens 500 MHz, 256 MB RAM, eine OpenGL-fähige Grafikkarte und Windows 2000/XP sind das Minimum. Wird die 3D-Kartendarstellung verendet, benötigt man zudem eine Grafikkarte mit einem eigenen Grafikspeicher. Vor allem bei Notebooks wird sehr oft Shared-Memory für die Grafikkarte verwendet und Speicher vom RAM abgezweigt. Shared-Memory ist für 3D-Kartendarstellung nicht brauchbar. Aus den vorhin genannten Gründen empfehle ich auf leistungsmäßig schwächeren Notebooks nach wie vor Fugawi 3.x zu verwenden.
Die Programmstabilität ist sowohl bei Fugawi 3.1 als auch bei Fugawi 4.1 gut und nach einer problemlosen Installation kann der erste Programstart schon nach weniger als zwei Minuten erfolgen. Auch auf langsameren Rechnern, wie etwa dem Toshiba Libretto 110CT, ist die Leistung von Fugawi 3.x noch brauchbar, die Navigation in Echtzeit wird dann mitunter durch den etwas verzögerten Bildaufbau beeinträchtigt, störend wirkt sich das allerdings nur bei sehr großen gescannten Karten im TIFF-/BMP-Format aus, die über eine große Farbtiefe verfügen. Derartige Datenmengen zwingen schwächere Computer in die Knie. Das bedeutet: Kartengröße und Farbtiefe vor dem Kalibriervorgang mit einem Bildbearbeitungsprogramm optimieren. Das tut übrigens auch schnellen Rechnern gut, dann bleiben Ressopurcen für andere Zwecke erhalten. Bei verschiedenen Tests ist Fugawi 4.x auch auf einem HP Omnibook XE2 mit 366 MHz und 192 MB RAM mit Echtzeit-Navigation stabil und komplikationslos gelaufen.
Wie bereits aus den technischen Daten hervorgeht ist das Programm nicht nur GPS-mäßig ein Alleskönner. Sowohl die Version 3 als auch die Version 4 von Fugawi beherrschen das Wegpunkt- und Routenmanagement tadellos und ohne Kritikpunkte. Die Version 4 kommt mit einer Suchfunktion im Wegpunktverzeichnis, eine hervorragende Lösung, wenn man sehr viele Wegpunkte zu verwalten hat. Auch bei der GPS-Anbindung hat die Version 4 die Nase vorn. Es können die meisten Garmin, Magellan, MLR und Lowrance-Eagle GPS-Empfänger angeschlossen werden. Die Schnittstellenverwaltung wurde verbessert, es ist völlig egal ob der GPS-Empfänger über eine serielle oder eine USB-Schnittstelle angebunden wird.
Beim Import vorhandener Karten liegt für mich der größte Unterschied zwischen Fugawi 3.x und Fugawi 4.x. Der Importassistent der Version 4 ist völlig neu gestaltet und vereinfacht das Hinzufügen von Karten in die eigene Sammlung. Mit dem Importassistent können nicht nur neue, sondern auch Karten aus Fugawi 2.xx importiert werden. Bei der Importfunktion für vorhandene Karten aus Fugawi 2.xx gab es in Fugawi 3.x Probleme, die allerdings nach einigen Computer-Neustarts verschwunden waren. Selbstverständlich können auch eigene Karten kalibriert werden. Die Kalibrierfunktion ist ausgezeichnet und erfüllt sowohl in Version 3 als auch in Version 4 hohe Anforderungen. Je nach Genauigkeit einer gescannten Karte und je nach Sorgfalt der Kalibrierung sind damit elektronische Karten herstellbar, die mit professionellen Vorbildern, wie etwa den Austrian Maps, durchaus vergleichbar sind.
Alle in Fugawi 3.x und 4.x verwendeten Karten, egal ob gescannt oder importiert, werden in einer Kartenbibliothek verwaltet. Diese Lösung ist gut durchdacht und auch komfortabel. Die Karten-Dateien sollten auf die Festplatte des Computers kopiert werden. Je nach Anzahl und Umfang der Kartensammlung können zwar etliche Gigabyte Festplattenplatz erforderlich werden, das sollte bei aktuellen Festplatten auch im Notebookbereich heute aber keine Probleme mehr bereiten.